Was macht das Homeschooling mit unseren Kindern

Tanja Hartmann

Gerade habe ich meine Reflektion als Hausarbeit für die Kinderyogalehrer Ausbildung abgegeben und mich mit Fragen beschäftigt wie "was mache ich (als Eltern) mit meiner Unsicherheit" und "wie helfe ich meinem Kind, wenn es ihm schlecht geht", was wollen unsere Kinder, was brauchen unsere Kinder, was können unsere Kinder. In einem Artikel der F.A.S. von heute wird darüber geschrieben, wie die Schüler gerade vereinsamen und unter dem Online Unterricht leiden. Das haben Therapeuten und Ärzte der F.A.S. bestätigt. Es gebe tolle Lehrer, die persönliche Rückmeldungen geben, aber viele Kinder sagen, daß sie sich alleingelassen fühlen mit den Aufgaben, unter Leistungs- und Versagensängsten litten. Beim Lesen eines ergreifenden Interview mit drei Kindern aus der 9. Klasse einer Realschule wurde mir bewußt, daß deren Motivation weg ist, und vielleicht auch einfach die Hoffnung, daß alles wieder normal wird. Es wird klar, daß vor allem der zweite Lockdown viel mit den Kindern macht. Viele sind in den letzten Monaten eine Note schlechter geworden, es fällt Ihnen schwer, die Aufgaben zu verstehen, der Austausch fehlt. Sie bemängeln, daß oftmals überhaupt keine Rückmeldung zu den Wochenplänen erfolgt. Es reduziert sich alles nur noch auf die Schule, das "Schöne", der Sport, sich mit Freunden treffen, fällt weg. Erschreckend ist, daß die Kinder das Gefühl haben, nicht mehr "jemand außerhalb der Schule" zu sein, Abwechslung existiert einfach nicht. Die Kinder wünschen sich, daß mehr über ihre Situation und die der Jugendlichen geredet werden sollte. Daß sich die Lehrer gewahr werden, daß die Kinder auch außerhalb der Schule existieren. Was selbstverständlich sein sollte, aber wohl nicht der Fall ist. Die Kinder monieren, daß sie nie danach gefragt werden, wie ihr Wochenende war...Man sollte sich Gedanken darüber machen, WARUM die Noten schlechter werden. Es wird zu wenig darüber nachgedacht, was die Kinder brauchen, damit es besser wird. Letztlich wünschen sich die Kinder nur eines, Unterricht wie früher. Wenn ich dann höre, daß der Gesamtelternbeirat Stuttgart nicht gehört wird, der Kontakt zum Landeselternbeirat nicht stattfindet und Themen wie Organisation Notbetreuung, langfristige Schulstrategie, Kompensierung Lernausfall auf Ebene des Landes besprochen werden, fehlen mir die Worte. Im Schulamt wird wohl vor allem die Umsetzung der Testpflicht und der Luftfiltereinsatz diskutiert. An unserer Schule läuft es gut, wir haben tolle Lehrerinnen, die engagiert sind, mit Herz dabei sind und sich für unsere Kinder wirklich interessieren, ihnen das Gefühl geben, daß sie sie ernst nehmen und für sie da sind. Sie geben persönliche Rückmeldungen und tun ihr Bestes. Deutlich wird aber auch immer wieder, daß es an den Schulen sehr unterschiedlich läuft. Aber das ist ja für uns nichts Neues. Ich wünsche Euch allen gute Nerven und schicke viele Kraftpfeile, haltet durch.

Namaste,

Tanja

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